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Hier geht es um FMZ.

1985 stellt Fleischmann das FMZ System (Fleischmann Mehrzugsteuerung) auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vor und liefert es 1986 aus. FMZ wurde als digitales Mehrzugsystem für die Gleichstrom Modelleisenbahn entwickelt. Das Konzept sieht vor, das FMZ in bereits bestehende Anlagen integriert werden kann. Dabei müssen nicht alle Loks gleich mit einem Decoder ausgerüstet werden, da man über sogenannte Koppler und normalen Gleichstromtrafos den Betrieb von konventionellen und digitalen Fahrzeugen mischen kann. Während bei dem Märklinsystem konventionelle Fahrzeuge in der Geschwindigkeit nicht regelbar mitfahren, können im FMZ System die konventionellen Fahrzeuge geregelt werden. Dafür können digitale Fahrzeuge mit FMZ Decoder, nicht in konventionellen Stromkreisen fahren. Das verhindern die zunächst zwei, später dann ein zusätzlicher Kondensator, der am Decoder angeschlossen ist. Aber auch ein weglassen der Kondensatoren wird nicht helfen, die Decoder sind nicht für konventionellen Betrieb eingerichtet. Das Digitalsignal am Gleis ist absolut symmetrisch, was eine konventionelle Lok zu einem Brummen veranlasst, aber nicht zum fahren. Der Gleichstromtrafo, der über den Koppler angeschlossen wird, verschiebt diese Symmetrie und die konventionelle Lok setzt sich in Bewegung. Dabei liegt aber auch eine ständige Spannung von ca. 20 V an den Motoren und der Beleuchtung der konventionellen Loks an, weswegen die Lampen gegen entsprechende FMZ feste Versionen getauscht werden sollen. Verschiedene Motoren der Mitbewerber vertragen diese hohe Spannung gegebenenfalls auch nicht und gehen in Rauch auf. Die FMZ Zentrale ist auch kein Baukastensystem wie die Systeme des Mitbewerbs. In der Zentrale sind enthalten, der Prozessor, ein Booster, ein Koppler, die Fahrzeugsteuerung, die Weichensteuerung, ein Programm zur Schaltung von Weichenstrassen und eine Schnittstelle für Computer. Lediglich die Handregler müssen zugekauft werden und natürlich die Decoder für Fahrzeug- und Weichensteuerung. Eine Kompatibilität zum erst viel später erschienenen DCC System ist wegen der früheren Entwicklung des FMZ Systems nicht gegeben. Erst die Twin Technik lässt beides mischen.

Mit der FMZ Zentrale 6800 können 32 digitale Loks, von insgesamt 119, gleichzeitig fahren.

Während 8 Loks über die 8 möglichen Handregler 6820 im direkten Zugriff zur Verfügung stehen, können 24 Loks an die Zentrale übergeben werden, die dann mit voreingestellter Geschwindigkeit ihre Runden auf der Anlage drehen. Zusätzlich kann ein normaler Gleichstromtrafo an die Zentrale angeschlossen werden. Der ebenfalls in der Zentrale enthaltene Koppler mischt das Gleichstromsignal dem Digitalsignal bei und es ist möglich konventionelle Loks im Digitalstromkreis zu fahren und zu steuern. Über weitere Koppler 6806 können sogar mehrere Stromkreise gebildet werden. Somit ist es möglich das System in vorhandene Anlagen zu integrieren und die vorhandenen Gleichstromkreise beizubehalten. Eine Magnetartikelsteuerung ist ebenso enthalten wie eine Programmspeicher für die Weichenstraßenschaltung. Es können 40 mal 8 Schaltvorgänge gespeichert werden. Über die Magnetartikelempfänger 6850, können jeweils vier Doppelspulenantriebe oder acht Einzelspulenantriebe betätigt werden. Um dem Trend der Zeit gerecht zu werden, war auch gleich eine Schnittstelle für einen Homecomputer vorhanden. Über ein Spezialkabel können auch PCs mit V24 Schnittstelle angeschlossen werden. Mit den Boostern 6805 kann die Stromversorgung um jeweils 3 A erweitert werden. Die FMZ Zentrale Control 4 6804 wurde als Einsteigerzentrale entwickelt. Über vier Handregler 6820 können vier Loks von 119 gleichzeitig gesteuert werden. Der gleichzeitige Betrieb von konventionellen Loks ist über den Koppler 6806 auch hiermit möglich. Keine Weichensteuerung, keine Computerschnittstelle. Bei Umstieg auf die Zentrale 6800, kann das Control 4 mittels Adapter als Booster weiter verwendet werden.

Ablösung der Einsteigerzentrale Control 4, war das Digital Control DC 6803. Über eine Zweiknopfbedienung können vier Loks von 119 gesteuert werden. Es ist möglich mit zwei Loks eine Doppeltraktion zu bilden und die neueren elektronisch codierbaren Decoder 6841 und 6844 zu codieren. Zusätzlich kann ein Handregler 6820 angeschlossen werden, mit dem eine fünfte Lok gleichzeitig gesteuert werden kann. Auch mit dem DC 6803 ist keine Weichensteuerung möglich, es gibt auch keine Computerschnittstelle. Mit dem später erschienen DC 6803 C können Zusatzfunktionen der Decoder 6843 und der Twin Decoder programmiert werden.

E-Mail: ujohann@nurfuerspam.de © 2002 by Uli Johann




Schnellbedienung bei Fahrzeug / Regler Zuordnung für Licht und Verzögerung

Im Gegensatz zu der Beschreibung im Handbuch der Zentrale 6800, ist es nicht nötig, drei stellen für die Lokadresse oder die Weichenadresse einzugeben, wenn es denn um ein- oder zweistellige Adressen geht.

Also "Lok" 3 "Lok" 1 statt "Lok" 003 "Lok" 1, oder "Licht" 45 "Licht" 1, bzw. "Weiche" 10 "Weiche".

Hat man ein Fahrzeug einem Regler (1-9) zugeordnet, kann man im Schnellverfahren auch gleich das Licht und die Verzögerung schalten. Nach dem man z.B. folgende Eingabe gemacht hat, "Lok" 3 "Lok" 1, kann man zweimal die "Licht" Taste drücken und kann dann mit 1 das Licht für Lok 3 einschalten. Das gleiche geht mit der Verzögerung bzw. der Lastsimulation. Zweimal die "Verzögerungs-" Taste gedrückt, und mit 1 bis 8 die gewünschte Verzögerung einstellen. Das geht wohlgemerkt immer nur im Anschluss an die vorher gewählte Lok / Regler Zuordnung.

Lok Wechsel über Programmsteuerung

Mit der Programmsteuerung in der Zentrale 6800, kann man auch Lokadressen einem Handregler zuordnen. Ich habe ein solches Programm für eine Vorführung im BW benutzt um schnell die Loks zu wechseln. So wurden vier Lokomotiven auf vier Handreglern umgeschichtet. Damit das Licht der abzustellenden Loks eingeschaltet bleibt, habe ich die Loks der Zentrale übergeben.

Beispiel für ein Lokwechselprogramm.

Programm 1

Programm 2

"P" 1
"Lok" 89 "Lok" 9
"Lok" 1 "Lok" 9
"Lok" 50 "Lok" 9
"Lok" 65 "Lok" 9
(vier Loks abgestellt)
"P" 2
"Lok" 38 "Lok" 9
"Lok" 39 "Lok" 9
"Lok" 55 "Lok" 9
"Lok" 56 "Lok" 9
(vier Loks abgestellt)
"Lok" 38 "Lok" 5
"Lok" 39 "Lok" 6
"Lok" 55 "Lok" 7
"Lok" 56 "Lok" 8
"P"  Programmabschluss.
(Loks auf Regler 5 bis 8 gelegt)
"Lok" 89 "Lok" 5
"Lok" 1 "Lok" 6
"Lok" 50 "Lok" 7
"Lok" 65 "Lok" 8
"P"  Programmabschluss
(Loks auf Regler 5 bis 8 gelegt).

Zu beachten ist, das die Loks bevor sie auf 9 gelegt
werden, vorher schon mal auf einem der Regler 1-8 waren, dann erst auf 9 legen. Eine Lok die z.B. nach P-9-9-9-P auf 9 gelegt wird, fährt nicht mehr.

Schattenbahnhof Aus-/Einfahrt mit Lok Zuordnung

Da man auch eine Lok / Regler Zuordnung mit in die Programmsteuerung einbinden kann, ist es auch denkbar eine Weichenstrasse z.B. im Schattenbahnhof zu schalten und als letzten Schritt eine Lok einem Handregler zuzuordnen. Bei größeren Schattenbahnhöfen und Anlagen ist das aber eher unpraktisch. Bei kleineren Anlagen, wo auch weniger Loks unterwegs sind, kann das aber hilfreich sein.

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FMZ Zentrale 6800, die Computerschnittstelle
RS232 Schnittstelle Zentrale 6800 Dreiadriges Kabel mit Abschirmung.
Der Schirm muss mit Pin 1 auf der PC Seite verbunden werden, nicht aber auf der Seite der FMZ Zentrale. 
Die Pegel von RXD (Empfangsdaten) und TXD (Sendedaten) sind Umgekehrt zur normalen V24 Norm bzw. einer  Com Schnittstelle eines PCs. Damit ist die FMZ Schnittstelle kompatibel zu Homecomputern wie C64.
Das ist nicht weiter tragisch, da die Schnittstellen auf Flanken reagieren. 
Um die Schnittstelle der FMZ Zentrale nicht zu zerstören, muss ein Pegelausgleich auf der RXD Leitung der FMZ Zentrale erfolgen. Man benötigt dazu eine Zenerdiode ZPD 4.7 und einen Wiederstand mit 2,2 KOhm. Für die Z-Diode keinen Vergleichstyp oder ähnliche Spannung wie z.B. 5.2 V verwenden, das funzt nicht.
Der Ring an der Diode muss zum Pin 3 der FMZ Zentrale zeigen.
Das Ganze wie in der Zeichnung zu sehen einbauen.
Brücken auf der PC Seite von Pin 4 mit 6 mit 1
und Pin 7 mit 8 verbinden.
TXD Transmit Data  Sendedaten
RXD  Receive Data Empfangsdaten
RTS  Request to send Sendeanfrage
CTS  Clear to send Empfangsbereitschaft
DSR und DCD Leitungsqualität

Weitere Tips zum Betrieb der FMZ Zentrale mit dem Computer

Um eine Kommunikation mit dem Computer herzustellen, müssen die Schnittstellenparameter wie im Handbuch beschrieben, eingestellt sein, (na logo ;-)) und die richtige Com Schnittstelle am PC gewählt sein. Die FMZ Zentrale darf nicht in einem Eingabemodus stehen, "C" drücken und das Display muss leer sein. Um eine Lok vom Computer aus zu steuern, muss die Lok erst einem Handregler (1-8) zugeordnet werden, dann der Zentrale (9) übergeben. Wird die Lok direkt an die Zentrale übergeben

(Lok, Adresse, Lok, 9), wird die Lok nicht fahren, auch dann nicht, wenn man sie auf einen Handregler zurück gibt. Die Eingabe sollte also lauten: "Lok, Adresse, Lok, (1-8), dann 9. Kann sein das das mit einer neueren Zentrale (Software) nicht mehr so ist, bei meinen ist das so.
Und noch was, ich hatte mal so einen Hund von Notebook, da kam aus der Schnittstelle Schrott raus!?

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Rückmeldung und Weichensteuerung

Leider gibt es bei der FMZ Zentrale 6800 keinen eingebauten Rückmeldebus. Wenn man eine Modellbahnanlage mit einem Steuerungsprogramm betreiben will, braucht man aber eine Möglichkeit den Zustand auf der Anlage abzufragen. Fleischmann hatte einmal ein System entwickelt, das eine Rückmeldung ermöglichen sollte. Bei diesem System wurden über Infrarotleser die Lokadressen ausgelesen.

Dazu sollte es auch Sender für Analoge Loks geben. Leider liegt dieses System in den Schubladen von Fleischmann und wurde, wegen zu geringer Vermarktung der FMZ Zentrale 6800 nicht in Serie gebaut und verkauft.

Dennoch kann man eine Rückmeldung direkt zum PC realisieren.

PC Interface Karte 8255 PIO, Rückmeldung und Weichen- / Signalsteuerung

Mit ein Grund dafür, die Software Railroad & Co zu nehmen, war die Möglichkeit, über PIO 8255 IO Karten für den PC, die Rückmeldung zu realisieren. Solche Karten gibt es z.B. bei Decision Computer unter Digital I/O, oder bei bmcm. Dabei bitte aber auch beachten, das entsprechendes Zubehör benötigt wird.

Da es sich um eine Ein- / Ausgabe Karte handelt, bei der die Leitungen wahlweise als Meldeleitung oder als Schaltleitung definiert werden können, kann man damit auch Weichen oder Signale steuern.

Beides wird von Railroad & Co unterstützt und man braucht nur die Karte in den PC richtig einbauen. Programmieraufwand entfällt. Allerdings funktioniert das nur unter Windows 3.11 bis Windows 98. Windows NT, 2000 oder XP geht nicht.
Ebenfalls ein Quelle und Hinweise zum Einsatz der 8255 Karten, findet man auch bei Dick Bronson

(Der Name dieser Karten kann von den oben genannten abweichen. Wichtig ist, das es eine Karte mit 8255 Chip ist)

HSI-88 Littfinski nur Rückmeldung

Littfinski Daten Technik hat ein High Speed Interface für serielle PC Schnittstellen entwickelt, das HSI-88. An dem HSI-88 können S88 Module angeschlossen werden, die sonst nur an die Geräte von Märklin, Uhlenbrocks Intellibox und das Twin Center angeschlossen werden können und werden direkt vom PC ausgelesen.

Auch dieses Gerät wird von Railroad & Co unterstützt.
Littfinski finden Sie unter: http://www.ldt-infocenter.com

Diese Lösung ist mein persönlicher Favorit, da diese Lösung von Railroad auch unter NT, W2000 und XP unterstützt wird. Über RM-GB-88 erfolgt die Gleisbesetztmeldung und über RM-88 kann sogar ein externes Gleisstellpult angeschlossen werden.

E-Mail: ujohann@nurfuerspam.de © 2002 by Uli Johann weiter zu: FMZ Datensignal